aus der SF-Reihe “Sternstunde Philosophie”
Die Wirtschaftswissenschaft hat versagt und es fehlt den meisten Ökonomen immer noch die Einsicht, dass bestimmte Annahmen falsch waren und sind. Die These dass der Markt grundsätzlich effizienter als der Staat ist, dürfte sich spätestens jetzt, in Zeiten der Finanzkrise, als falsch erwiesen haben. Diese Auffassung vertritt Heiner Flassbeck, ehemaliger Staatssekretär im Bundesfinanzministerium unter Oskar Lafontaine und seit 2000 Chefökonom der UNO-Organisation für Welthandel und Entwicklung (UNCTAD). Flassbeck zufolge ist vor allem ein neues Weltwährungssystem notwendig, ohne das ein besseres und gerechteres Wirtschafts-und Handelssystem nicht denkbar ist.
Die Krise wurde nicht zuletzt dadurch ausgelöst, dass die Banken auf eigene Kosten an den Rohstoff- und Währungsmärkten gespielt haben. Aber irgendwann kann die Realwirtschaft, der Verbraucher, die hoch getriebenen Preise nicht mehr bezahlen. Ein solches “Casino” – inklusive unverantwortlich hoher Renditeziele – braucht die Weltwirtschaft nicht. Es scheint aber ein Mechanismus zu bestehen der bewirkt, das Politiker – einschließlich der sogenannten Linken – nicht an große komplizierte Fragen herantreten. Aber warum trauen sich die heutigen Politiker nicht die Initiative zu ergreifen für bestimmte Änderungen des Weltwährungssystems einzutreten? Ist das unverantwortlich? Oder ist es nicht weitaus unverantwortlicher die Fortsetzung des Status Quo zu sichern?
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Sehr interessanter Beitrag.