Hochfrequenzhandel – Ein neuer Zeittakt für die Gesellschaft; ZDF (5 min)

9 11 2009

Die Tage, in denen ein flinker Börsenhändler mit Branchenkenntnis auf dem Parkett Gewinne erzielt, scheinen gezählt zu sein. Heute wird die Arbeit der Händler zunehmend von Supercomputern erledigt. Konjunkturdaten und Unter- nehmenszahlen spielen dabei keine Rolle mehr. Wichtig ist vor allem eine hohe Rechenleistung. Denn die Computer wickeln Put-Optionen und Investitionen in Sekundenbruchteilen ab. Wer da nicht mitkommt, zieht den Kürzeren. Davon sind auch internationale Börsen betroffen. Der Marktanteil der New Yorker Börse nahm beispielsweise stark ab, weil die Computertechnik mit den Taktzahlen der Hedgefond-Rechner nicht mehr mitkam. Um sich an die moderne Geschwindigkeit anzupassen, entsteht derzeit ein neues leistungsfähigeres Rechenzentrum. Damit werden Nutzern bis zu 8.000 Transaktionen pro Sekunde ermöglicht.

Doch wenn Wirtschaftsinhalte und gesunder Menschenverstand beim Handel keine Rolle mehr spielen, kann das ohnehin geschwächte Finanzsystem schnell außer Kontrolle geraten. Preise können sich nicht mehr natürlich entwickeln und der Wettbewerb wird verzerrt. Dies wird auch von Aufsichtsbehörden und vereinzelten Investoren kritisiert. Man fordert vermehrt staatliche Regulierungsmechanismen und ein Verbot des Hochfrequenzhandels. In Zeiten der Finanzkrise stehen jedoch andere Inhalte im Mittelpunkt. Bis es tatsächlich zu einem Verbot kommt, geht das Wettrüsten erst mal weiter. Mal sehen, wie viele kleinere Finanzdienstleister am Ende von der Bildfläche verschwunden sein werden.

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Obama – Ein Marketing Traum (6 min)

7 11 2009

Englisch – Vortrag von John Pilger (Filmemacher, Autor und Journalist) auf der Veranstaltung Socialism 2009 in San Francisco (7.5.09)

„Obama ist ein Hypnotiseur, ein Marketing Traum“, sagt John Pilger. Es sei zwar ungewöhnlich, dass ein Afro-Amerikaner im Land der Sklaverei die Präsidentschaft übernommen habe; Rasse, Geschlecht und Klasse seien allerdings schon immer gute Propagandakategorien gewesen. Aber im 21. Jahrhundert komme von den drei Kategorien der Klassenzugehörigkeit nach wie vor eine bedeutsame Rolle zu. Entsprechend fragt Pilger, aus welcher Klasse Obama eigentlich komme. In seinem Buch „Dreams from my father“ berichte Obama kurz, dass er nach seinem Studium an der Columbia University für ein Counsulting House für multinationale Unternehmen tätig gewesen sei. Er sagte aber nicht, für welches Unternehmen er genau tätig, noch wofür er zuständig war. Pilger weiß zumindest zu berichten, dass es sich dabei um die Business International Corporation handelte, die eine lange Vergangenheit als CIA front company habe und CIA Angehörige als Mitarbeiter deckte.

In seiner kurzen Periode als Mitglied im Senat unterstützte Obama u.a. den Krieg im Irak und Afghanistan (und aktuell die Truppenaufstockung in Afghanistan und die Ausweitung des Kriegs nach Pakistan), den Patriot Act und die Todesstrafe. Von den Unternehmen erhielt er im Wahlkampf mehr Geld als sein Konkurrent McCain. Nach seinem Wahlsieg übernahm er viele Mitarbeiter der Bush Regierung. Aus seiner einst erklärten Absicht Guantanamo zu schließen wurde (dementsprechend) bisher nichts, stattdessen setzt er das System von Geheimgefängnissen fort. Auch einen vermeintlich schnellen Abzug der Truppen aus dem Irak kündigte er an. Offenbar auch hier Fehlanzeige: Generäle gehen aktuell von weiteren 12 bis 15 Jahren der Militärpräsenz aus. So lässt sich wohl auch der weitere Anstieg der Militärausgaben unter Obama`s Ägide erklären. Und seine jüngst in Prag erklärte Absicht die Abrüstung der Nuklearwaffen voranzutreiben passiert zu einer Zeit in der er gleichzeitig die Gefahren beschwört die vom Iran ausgingen. Parallel dazu plädiert er für den Aufbau eines Raketenabwehrsystems, dass sich gegen Russland und China richte. Auf Obama`s Marketing-skills und die seines Teams scheint Verlass zu sein, aber worauf soll man bei ihm noch hoffen?

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Superreich – The Greed Game; BBC (58 min)

6 11 2009

Englisch – Ein Film von Robert Peston

Nach zehn Jahren Turbokapitalismus sind viele Taschen prall gefüllt. In unzähligen neu gebauten Luxusvillen überlegt man derzeit, wie man das im Immobiliengeschäft „verdiente“ Geld überhaupt noch ausgeben kann. Hotels in der Karibik sind momentan ganzjährig ausgebucht, die Wartezeiten für Nobelkarossen steigen. Sei es eine gemütliche U-Boot-Fahrt, eine Diamant-Uhr oder ein Kampfjet als Gartendekoration; irgendwie muss man das Geld ja schließlich wieder in Umlauf bringen. Diejenigen, von denen das Geld ursprünglich stammt, stehen natürlich weniger gut da. Hoch verschuldet und ohne Dach über dem Kopf fangen die Ersten an zu begreifen, was eigentlich geschehen ist. Variable Zinssätze, undurchsichtige Finanzprodukte – Haus weg, Ersparnisse weg, selber schuld! Die Einen stehen vor den Aus, die Anderen auf ihrem neu erworbenen Privatgrundstück am Strand von Dubai. So ist das jetzt eben. Doch die Gier der Finanzmafiosi ist schwer zu stillen. Denn auch unter den Reichen gibt es Unterschiede. Banker oder Hedgefond-Manager? Millionen oder Milliarden? Reich oder Superreich? Fragen, die für manche Menschen tatsächlich von Bedeutung sind. Über eines sind sich die Superreichen übrigens einig: Eine ausgewachsene Rezession käme jetzt wie gerufen! Dann kann man mit den ergaunerten Milliarden der letzten Jahre nämlich schön günstig einkaufen gehen. Am liebsten natürlich Konkurrenzunternehmen und rückgratlose Politiker.

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Teil 1; Teil 2; Teil 3; Teil 4; Teil 5; Teil 6; Teil 7





Afghanische Friedensaktivistin Malalai Joya spricht zu “Krise und Widerstand“, (22 min)

5 11 2009

Englisch – Rede bei der Northeast Socialist Conference am 23. Oktober 2009 in New York.

„Demokratie kommt nicht durch Cluster-Bomben, Demokratie kommt nicht durch Krieg“, sagt die afghanische Politikerin und Friedensaktivistin Malalay Joya. Die Politik der Alliierten in Afghanistan habe sich auch nach dem Ende der Bush-Regierung nicht geändert und der Krieg wütet heftiger denn je zuvor. Unter Obama wurde die Anzahl der Truppen massiv aufgestockt und immer mehr unschuldige Afghanen fallen dem Krieg zum Opfer. Dies ist u.a. auf den verantwortungslosen Einsatz von Cluster Bomben zurückzuführen. Die Kriegskoalition muss mit dem Krieg sofort aufhören, denn wenn die Besatzungsmächte, samt der von ihnen eingesetzten Marionetten-Regierung Karzai’s, abziehen würden, hätten die Afghanen zumindest einen Feind weniger im Land.

Die von westlichen Massenmedien beschworene Angst vor einem Bürgerkrieg im Falle eines Truppenabzugs sei zudem eine Farce, wenn gleichzeitig nicht angemessen über den laufenden (Bürger-)krieg berichtet wird. So sei die Situation der Frauen in einigen Regionen des Landes in Wahrheit wie „eine Hölle“, Kinder und Frauen werden entführt, vergewaltigt und umgebracht. Berichte über den gestiegenen Frauenanteil in Schulen seien zudem falsch. Seit Kriegsbeginn habe sich die Situation dramatisch verschlechtert, denn nach der offiziellen Statistik wurden mehr als 600 Schulen des Landes geschlossen.

Die Besatzungsmächte, allen voran die US-Regierung, sollten sich nicht zuletzt auch bei der eigenen Bevölkerung entschuldigen, zumal auch viele Soldaten der eigenen Truppen diesem Krieg zum Opfer gefallen sind.

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Malalai Joya präsentiert derzeit in den USA ihr Buch “A Woman Among Warlords: The Extraordinary Story of an Afghan Woman Who Dared to Speak Out.”

“Perhaps the most remarkable feature of this inspiring memoir is that despite the horrors she relates, Malalai Joya leaves us with hope that the tormented people of Afghanistan can take their fate into their own hands if they are released from the grip of foreign powers, and that they can reconstruct a decent society from the wreckage left by decades of intervention and the merciless rule of the Taliban and the warlords who the invaders have imposed upon them.” – Noam Chomsky





Dicke Beats und die nackte Wahrheit – Der neue Sampler der Wahrheitsbewegung; (62 min)

3 11 2009

Die musikalische Avantgarde vereint sich auf der “Kritischen Masse Vol. 2” erneut gegen Unwissenheit, Gleichgül- tigkeit und die Verblödungsmaschine. Auf dem Sampler bekommt man keinen inhaltsleeren Chartsbrei zu hören, sondern Songs über Politik, Wirtschaft, Medien und den Traum von einer friedlicheren Zukunft. Dabei hagelt es treffsichere Info-Punchlines und heftige Systemkritik von allen teilnehmenden Künstlern. Auch musikalisch ist der Sampler vielseitig und absolut mitreißend. Außerdem erfreulich: Da es sich um ein Aufklärungsprojekt handelt, sind alle Songs gratis bei Radio NWO zum Download erhältlich.

Das junge und für die CD verantwortliche Berliner Musiklabel Radio NWO legt Wert auf Musik mit Inhalt und Aussage. Daher unterscheidet sich die “Die Kritische Masse” von anderen Musiksamplern auch vor allem durch den Inhalt der Texte. Hier stehen erfreulicherweise mal Themen im Vordergrund, die man im herkömmlichen Radio eher selten zu hören bekommt. Es gibt z.B. Songs über den EU-Reformvertrag, den deutschen Überwachungsstaat oder die Einführung einer Neuen Weltordnung; um nur vorsichtig ein paar Themen anzuschneiden. Wer auf Musik zum Mitdenken steht, ist bei der “Kritischen Masse” auf jeden Fall an der richtigen Adresse.

Videos angucken…

01 Die neue RAF – Die Bandbreite; (6 min)
02 Nein zum EU Vertrag – Killezz More; (6 min)
03 Es wird Zeit – Falkonection; (4 min)
04 Kameras und Hubschrauber – Daniel Morgenroth (4 min)
05 Der falsche Film – Mentallabor; (6 min)
06 Schöne neue Welt – Bartholomäus; (4 min)
07 Systemanalyse – Nemo Nemesis; (4 min)
08 Geht in Frieden – hmed; (4 min)
09 Wie lange noch – Scarabeuz & Taleb feat. Omima; (4 min)
10 Aire fresco y Cigarillos – FellerSlang; (4 min)
11 Wenn ihr schlaft – Mono und Nikitaman; (3 min)
12 Finanzterrorismus – Eigenwert; (3 min)
13 Lügen für das Volk – Zeynep; (2 min)
14 Zinsknecht – AVE AFS; (4 min)
15 Das Kartell – Kerkerschrei; (1 min)
16 Jetzt bist du gefragt – Killezz More; (3 min)

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