Manipulation zum Nutzen von Politik und Wirtschaft; NDR (9 min)

16 12 2009

An dreiste Lügen von PR-Agenturen muss man sich heutzutage wohl gewöhnen. Auch daran, dass uns die Medien diese Lügen ungeprüft als Wahrheit verkaufen. So entpuppt sich ein Selbstmordanschlag in einer US-Kleinstadt schon mal als PR-Aktion für einen neuen Kinofilm. Oder ein Streik der Kassenärztlichen Vereinigung als Inszenierung einer PR-Agentur mit bezahlten Demonstranten-Statisten. „Wir sind an einem Punkt, wo die PR einen dominierenden Einfluss auf die Konstruktion von Öffentlichkeit hat. Das Schlimme dabei ist, dass Niemandem das auffällt“, sagt Thomas Leif von netzwerk recherche.

Klar, je unauffälliger, desto besser. Würde es auffallen, müsste man es ja als Werbung bezeichnen. Ein schönes Beispiel für verdeckte PR ist auch die YouTube-Kampagne für die geplante Bahnprivatisierung einer Berliner PR-Agentur. In einer sogenannten „Straßenbefragung“ sprechen sich vermeintlich unabhängige Passanten einseitig für die Privatisierung aus. Neben YouTube, wurden gleichzeitig auch Webseiten, Blogs und Internetforen großflächig mit verdeckten Bahn-PR-Kommentaren versorgt. Die Bürgerinitiative „Kein Wortbruch in Hessen“, die Stimmung gegen Andrea Ypsilanti machte, war ebenfalls ein reines PR-Konstrukt. Hinter der Initiative standen leider keine Bürger, sondern nur eine bezahlte Agentur. Dies hinderte die Medien allerdings nicht, ausgiebig über die Bürgerinitiative zu berichten und über die dahinter stehende Agentur kein Wort zu verlieren.

Mit solchen „grauen“ PR-Methoden „beschädigt man ein Kernelement der Demokratie“, meint dazu Ulrich Müller von Lobby Control. Auch die Selbstkontrolle durch den Deutschen Rat für Public Relations könne in dieser Hinsicht keine Hilfe sein. Zwar werden von Zeit zu Zeit Rügen ausgesprochen, doch haben diese keinerlei rechtliche Konsequenzen. Die Aussage von Richard Gaul (Deutscher Rat für PR); verdeckte PR habe „auf mittlere und lange Sicht keine Chance und ist demzufolge erfolglos“, ist wohl eher als gute Eigen-PR anzusehen. Denn die Lüge wird meistens zur Wahrheit, lange bevor die verdeckte Manipulation überhaupt erkannt wird.

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Zukunft der Medien – Strategien und Geschäftsmodelle; Phoenix (30 min)

11 12 2009

„Wenn mein Sohn irgendwo lernt, wird er bei Google lernen, weil es einfach die beste Firma der Welt ist.“ Ungewöhnliche Worte für Hubert Burda, den Chef des Burda-Verlags. Denn eigentlich führen Verleger weltweit derzeit einen erbitterten Machtkampf mit der Nachrichten-Suchmaschine. Das Anzeigengeschäft bricht ein und die Zukunft der Tageszeitungen sieht finster aus. Helfen können „Fair-Search“ und neue Paid-Content-Lösungen, so Burda. „Es muss etwas geschehen, weil Ihr sonst beim Kartellamt landet“, droht er am Ende seinem „Widersacher“ Philipp Schindler, dem Geschäftsführer von Google Europa.

Die Podiumsdiskussion der 23. Medientage in München bietet weitere illustre Teilnehmer, wie ZDF Intendant Prof. Markus Schächter, Anke Schäferkordt – Geschäftsführerin von RTL Television oder Thomas Ebeling – Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media. Neue Ideen für eine Finanzierung des klassischen Journalismus bleiben aber weitgehend aus.

Einen tollen Einfall hat der Bayrische Staatsminister Siegfried Schneider von der CSU. Zukünftig solle man einfach den Kindern in der Schule beibringen, dass sie mehr Zeitungen und Zeitschriften lesen sollen. „Der Ursprung beginnt in der Leseerziehung; in der Hinführung zur Zeitung“, so Schneider. Dafür sollen verschiedene Unterrichtseinheiten eingeführt werden. „Es muss letztlich Thema in jedem Unterrichtsfach sein.“ Super, was der Markt nicht regeln kann, wird einfach durch Umerziehung gerade gebügelt. So klappt´s bestimmt.

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Das islamische Finanzsystem – Einzige Rettung vor Wirtschaftskrise; Arte (3 min)

9 12 2009

Islamische Banken sind weitgehend von der Finanzkrise verschont geblieben, weil sie sich an wesentliche Prinzipien des Korans halten. Der Koran verbietet explizit die Erhebung von Zinsen, weil sie als Wucher gelten. Zudem wird nicht spekuliert, sondern in die Realwirtschaft investiert.

Die meisten der heute existierenden islamischen Banken verbieten zudem Geldanlagen in Waffen, Alkohol, Pornographie und Schweinefleisch.
Seit Jahren operieren islamische Banken in London, einem der größten Finanzplätze Europas. Und in Frankreich wächst das Interesse an der islamischen Finanzwissenschaft, die mittlerweile an französischen Universitäten gelehrt wird. Mit einem Gesamtvolumen von ca. 500 Milliarden US-Dollar sind islamische Banken  auch für westliche Finanzexperten interessant. Aber vor allem in puncto nachhaltiges und ethisches Investment könnte sich die Bankenwelt insgesamt sicherlich eine Scheibe abschneiden.

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Und hier der Beitrag des ZDF-Auslandjournals: Allah statt Abzocke (6 min)