An vordersten Fronten – Kriegsalltag in Afghanistan; (44 min)

25 09 2010

Ein Film von Ashwin Raman (ARD)

Der Krieg in Afghanistan ist nicht zu gewinnen. Im Grunde keine neue Feststellung angesichts der vielen Toten, des Leids und der enormen Kosten die der „Krieg gegen den Terror“ in diesem Jahr und im letzten Jahrzehnt verursacht hat. Den Sinn erkennt die Mehrheit der deutschen Bevölkerung daher bekanntlich schon lange nicht mehr. Und diese Sinnlosigkeit bringen auch die Bilder und  Aussagen der deutschen Bundeswehrsoldaten in Ashwan Ramans Dokumentation ziemlich klar zum Ausdruck.

Ashwan Raman konnte im Frühjahr/Sommer 2010 den Krieg bis an die vorderste Front miterleben. In Kunduz wird Raman Zeuge eines blutigen Selbstmord-Anschlags der „Taliban“ auf das Gebäude einer „Hilfsorganisation“, bei der ein deutscher „Wachmann“ stirbt. Im Süden Afghanistans begleitet er ein US-Marines Kommando bei einer Großoffensive.

Neben der Brutalität dieser Kriegsszenen, die bisher in dieser Form nicht öffentlich gezeigt wurden, wird ansonsten sehr deutlich, welcher Stumpfsinn, welche Angst, welche militärische Planlosigkeit, sowie welche Unzufriedenheit der Soldaten mit der Kriegsführung der Regierung vorherrscht.

Die Aussagen sowie das Schweigen des Soldaten am Schluss der Dokumentation sagen mehr als tausend Schüsse.

Vielleicht schafft es die Dokumentation und die entsprechende Erkenntnis ja bald mal ins Hauptprogramm des öffentlich rechtlichen TV-Programms* bevor sie dann auch endlich mehrheitlich Eingang in die Köpfe und Entscheidungen der Politiker findet.

Video anschauen!

Teil 1; Teil 2 ; Teil 3

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* Die ARD sendete diese Dokumentation am Mittwoch, 22. September 2010 um 00:00 Uhr. Das ZDF strahlte im Frühjahr 2010 ebenfalls unter der Woche und noch etwas später die Dokumentation “Die Afgahnistan-Lüge” aus.

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Im Dienst der Wirtschaftsmafia – Ein Geheimagent packt aus; (90 min)

19 09 2010

Ein Film von Stelios Koul*

John Perkins, ein ehemaliger „Economic Hitman“ im Dienste des amerikanischen Geheimdienstes NSA liefert einen spannenden Insiderbericht seiner 12-jährigen Tätigkeit als Wirtschaftsagent  Er war in den 1970/80er Jahren in mehreren Staaten aktiv und hat getarnt als Consultant einer Beratungsfirma Taten begangen die er heute bereut. Die endgültige Entscheidung an die Öffentlichkeit zu  treten, habe er nach den Ereignissen des 11. Septembers getroffen. Auslöser war die im Anschluss an die Anschläge gestellte Frage von Präsident George W. Bush: „Warum hassen sie uns so?“

Perkins Antwort darauf liegt in dem Maßnahmenkatalog, den verschiedene US-Regierungen insgesamt in einer Vielzahl von Fällen einsetzten, um ihre Interessen – vorrangig die Interessen der Ölindustrie – durchzusetzen. Zuerst kommt so einer wie er, Perkins, der Economic Hitmann, der den Staatspräsidenten mit einem Geldkoffer bestechen möchte und den jeweiligen Staatschef auffordert, sein politisches Programm den US Interessen anzupassen. Im Fall von Saudi Arabien beispielsweise habe sich die Regierung auf den Kuhhandel eingelassen, ohne dabei auf die Interessen der eigenen Bevölkerung Rücksicht zu nehmen.

Solange der Zugang US-amerikanischer Unternehmen an dem Ölreichtum des Landes gesichert wird, konnten sie ihre autoritäre Herrschaft durch die Unterstützung der US-Regierung behaupten. Im Falle einer Ablehnung oder eines Nicht-Einhaltens des Deals kommen im Zweifel  die Profi-Killer der CIA zum Einsatz. Solche Aufträge wurden Perkins zufolge u.a. im Falle des ecuadorianischen Präsidenten Jaime Roldós  und des Präsidenten von Panama Omar Torrijos durchgeführt. Beide „verunglückten“  bei einem Flugzeugabsturz. Die Untersuchungsberichte dazu waren schnell geschrieben und der Fall offiziell erledigt.  Scheitern die Economic Hitman und die Profi-Killer bei ihrem Bemühen den ersehnten Politik- oder Regimewechsel zu bewirken, folgt als nächstes das Militär, sprich ein Krieg wie im Falle des Irak.

Das nötige Schmieröl zur Durchführung der Maßnahmen des geheimdienstlichen sowie militärisch-industriellen Komplexes liefert die Finanzindustrie, wobei hier insbesondere die „Entwicklungsprogramme“ der Weltbank und des Internationalen Währungsfond IWF als entscheidende Geldgeber fungieren.

Es ist diese unterdrückende, in US Abhängigkeit haltende, geistesgestörte und menschenverachtende Politik, die den Hass der Bevölkerungen in vielen Ländern dieser Welt schürt.

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*Phoenix hatte die Dokumentation gestern Abend im Programm. Im Mai strahlte sie der ORF aus. Die Originalfassung der griechischen Produktion mit dem Titel “Apology of an Economic Hit Man” wird seit 2008 auf verschiedenen Filmfestivals gezeigt.

John Perkins Buch „Bekenntnisse eines Economic Hit Man“ wurde 2004 veröffentlicht.

 





Lowkey – Obama Nation; (3 min)

12 09 2010

This track is not an attack upon the American people… It is an attack upon the system within which they live … Is it Obamas nation or an abomination?

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Michael Franti & Spearhead – Time To Go Home; (5 min)

5 09 2010

“Those who start wars never fight them
And those who fight wars they never like them”

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Big Ideas That Changed the World – Tony Benn on Democracy , BBC 2005 (38 min)

5 09 2010

Englisch

Bei der ersten Signierstunde von Blair’s Bestseller[i], flogen ihm Eier und Schuhe entgegen[ii]. Blair’s Buch und Politik wird eben nicht von allen geliebt! Die BBC-Dokumentation „Big Ideas That Changed the World – Tony Benn on Democracy“ ist mit Blick auf dieses Ereignis äußerst sehenswert.

Tony Benn, Vorsitzender der britischen Labour-Partei Anfang der 1970er Jahre, Kabinettsminister und langjähriges Parlamentsmitglied trat 2001 aus dem Parlament aus, “um mehr Zeit für Politik zu haben”. Seit 2004 ist er Erster Präsident der Stop the War Coalition.

Den Ausgangspunkt  und die bindende Klammer der Dokumentation bildet die Kriegserklärung von Bush und Blair an den Irak. Im Fokus stehen Geschichte,  Entwicklungsschwierigkeiten sowie Möglichkeiten der (Westminster-)Demokratie.

Voraussetzung für eine demokratische Kontrollmöglichkeit der Regierungspolitik ist, dass die Machthaber den Grundsatz, dass alle Menschen gleich sind, akzeptieren würden. Benn zufolge sei das in der Geschichte bis dato nicht der Fall, und daher hätten leider nur die  wenigsten Erdbewohner wirklich eine Kontrollmöglichkeit. Entsprechend ist Benn’s Hauptmessage: If you don`t keep up the pressure for democratic control you lose it. It`s use it or lose it. And there is never a final victory for democracy. It’s always a struggle – in every generation. And you have to take up the cause time and time and time again. And we also learned that those rights can only be won collectively. But in the attempts to win those rights, many people have been imprisoned and tortured by those who have power and were determined to retain it.”

Die Herrschaftselite habe zudem grundsätzlich kein Interesse an Demokratie, denn wieso sollten die Machthaber ihre Macht oder Teile ihrer Macht aus den Händen geben?

Benn zufolge sollten sie spätestens dann darüber nachdenken, wenn sich der Widerstand massenhaft formiert. Nachdem in vielen europäischen Städten teils mehrere hunderttausend, teils mehrere Millionenen Menschen gegen den Irak-Krieg demonstrierten, hoffte Benn auf Einsicht.

Auch wenn aktuell der Rückzug der Soldaten angekündigt und zum Teil vollzogen wurde[iii], ist ein Ende des Krieges noch lange nicht in Sicht. Dazu fehlt nach wie vor die Einsicht. Soldaten und Söldnertruppen verbleiben im Land und der gesamten Region.  Das Ganze bleibt weiterhin global brutal!

Und den nach wie vor uneinsichtigen Blair jetzt für seine Taten mit Schuhen und Eiern zu bewerfen, ist nun wirklich keine angemessene Strafe für ein Kriegsverbrechen.[iiii]

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Hier noch der Song: Time To Go HomeSong! Michael Franti & Spearhead
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[i] Tony Blairs Memoiren veröffentlicht  – Eine Abrechnung mit Gordon Brown, 01.09.2010, www.tagesschau.de

[ii] Vgl. dazu vom 4.September 2010 u.a. Artikel von AFP , derwesten.de sowie das Video bei breakfastpaper.de

[iii] http://www.tagesspiegel.de/politik/obama-zieht-soldaten-aus-dem-irak-ab-aber-nicht-alle/1461078.html

[iiii] BWCF – THE BLAIR WAR CRIMES FOUNDATION – Petition Online