Open Air Aktivistenfestival in Berlin

21 07 2011

Am 13. und 14. August 2011 findet das Kritische Masse Festival auf der Insel Berlin statt. Das Open Air ist Treffpunkt für Menschen, die jenseits von Parteiideologien neue Wege in eine bessere Welt suchen. Konzerte, Vorträge und Workshops laden zum Kennenlernen und Netzwerken ein. Interessierte Bürger sind genauso willkommen wie Aktivisten, Querdenker und andere kritische Menschen.

Die Insel Berlin liegt im Treptower Park mitten in der Berliner Spree. Hier treffen sich am 13. und 14. August Bands und DJs verschiedenster Musikrichtungen, um mit ihrer Musik auf wichtige Fehler im System und mögliche Alternativen aufmerksam zu machen. Zu den Künstlern des Festivals zählen beispielsweise der Info-Rapper Kilez More aus Wien, Die Bandbreite aus Duisburg und der Reggae Künstler Falkonection aus Köln. Aber auch lokale Größen wie Poetryclub und Phonosapienz werden vor Ort sein, um dem Publikum mit systemkritischen Texten einzuheizen. Selbst Wirtschaftsprofessor Dr. Bernd Senf greift zur Gitarre und hält einen aktuellen Vortrag über mögliche Auswege aus dem Kapitalismus.

Auf der Aftershowparty namens Bewegungstherapie gibt es Reggae- und Goa Musik zum Tanzen und Spaß haben auf 2 Floors. Die Themen, der einzelnen Songs und Veranstaltungen sind dabei so vielfältig, wie die Teilnehmer des Festivals selbst. Weltweite Finanzprobleme und Demokratiekrisen, Umweltzerstörung, Überwachungswahn und unkontrollierter Lobbyismus: Gründe, um sich zu Treffen und gemeinsam Lösungsvorschläge zu entwickeln, gibt es genug. So können Netzwerke entstehen, in denen sich einzelne Personen oder Gruppen bei größeren Aktionen gegenseitig unterstützen können.

Bei der Planung und Umsetzung des zweitägigen Festivals gibt es allerdings auch finanzielle Hürden zu bewältigen. Die Non-Profit Veranstaltung wird ehrenamtlich und mit geringen finanziellen Mitteln organisiert. Um das Projekt zu unterstützen, werden außerdem alle Künstler auf ihre sonst üblichen Gagen verzichten. Wer mehr über das Festival erfahren will, findet auf der Webseite http://www.diekritischemassefestival.de einen Programmplan, Bilder der Insel und Tipps für Übernachtungsmöglichkeiten. Bei Interesse können auch weitere Workshops und Infostände angemeldet werden.

Videos anschauen!

Kritische Masse Festival 2011 – Trailer

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Phonosapiens – Kritische Masse Festival 2011

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Bernd Senf – Kritische Masse Festival 2011

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Die Welt ist schön – am 14. August in Berlin

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Wegbeschreibung mit Kilez More

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FESTIVAL – INFO

Veranstaltung: Die Kritische Masse – Festival 2011
Ort: Insel Berlin im Treptower Park (Alt Treptow 6, 12435 Berlin)
Datum: Sa. 13. und So. 14. August 2011

Bands: Kilez More, Die Bandbreite, Falkonection, Bernd Senf, Manu Ranking
Phonosapienz, Poetryclub, Eisentanz und andere.

Besucher: 300-500

Standardticket 15 Euro
Ermäßigtes Ticket 10 Euro (ALG, Studenten, Azubis, Schüler)
Spendenticket ab 20 Euro

Mail: post@diekritischemasse-festival.de
Web: http://www.diekritischemasse-festival.de

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Kaufen für die Müllhalde – Die Wegwerf-Gesellschaft; Arte (75 min)

10 07 2011

Ein  Film von Cosima Dannoritzer

Die Lebensdauer von Produkten und damit entsprechend auch deren Todesdatum, ist in unserer Konsum- und Wegwerfgesellschaft vorprogrammiert. Computerdrucker zählen die Anzahl der gedruckten Seiten auf einem fest installierten Chip. Ist die vorab festgelegte Seitenzahl erreicht, gibt der Drucker seinen Geist auf. Das ist nur eines der Beispiele sogenannter „geplanter Obsoleszenz“ von Produkten die Filmemacherin Cosima Dannoritzer als entscheidende Grundlage unserer Wegwerfgesellschaft präsentiert.

Hinter dieser Praxis steht ein einfaches ökonomisches und unternehmerisches Kalkül, das ein Enkel des Unternehmensgründers von Phillips folgendermaßen auf den Punkt bringt: „Eine Firma hat mehr davon, ein Produkt herzustellen, das nicht länger hält als drei Jahre oder 1000 Stunden, weil sich so mehr davon verkaufen lässt.“

Die Entscheidung, die Brenndauer von Glühbirnen auf 1000 Stunden zu beschränken, wird als historischer Ausgangspunkt „geplanter Odoleszenz“ bei industriellen Produkten vorgestellt. Sie beruht auf nachweisbaren Absprachen in den 1920er Jahren zwischen dem niederländischen Philips-Konzern, dem deutschen Unternehmen Osram und einem französischen Glühbirnenproduzenten. Das internationale Kartell firmierte unter dem Namen „S:A. Phoebus“ und wurde zu einer Zeit ins Leben gerufen als Glühbirnen bereits eine mehr als doppelt so lange Brenndauer aufwiesen. Wirklich was geändert hat sich im Anschluss an einen Kartellrechtsprozess nicht, der Jahre später die Glühbirnenindustrie beschäftigte.

Kritiker von Unternehmensphilosophien und Geschäftspraktiken, die bewusst nicht auf Langlebigkeit und Nachhaltigkeit der Produkte wert legen, gibt es viele und einige kommen hier auch zu Wort. Aber es scheint, als gebe es nach wie vor keine wirkliche Handhabe gegen diesen gesamtökonomisch betrachteten Unsinn und ökologischen Wahnsinn, der sich wie hier im Film gezeigt, unter anderem  in Form von Elektroschottdeponien in Ghana niederschlägt.

Als Konsequenz aus dem hier Gezeigten, wäre ein gesetzliches Verbot der Herstellung von Produkten mit ganz bewusst festgelegten Verfallsdaten möglicherweise ein Anfang. Außerdem müssten Hersteller gewisse Ersatzteile anbieten, um die Reparatur von Produkten zu ermöglichen. Im Falle der Glühbirne könnten die Hersteller im Sinne der Nachhaltigkeit auf eine Mindestbrenndauer verpflichtet werden. Das wäre vermutlich sinnvoller als das seit kurzem bestehende Verbot herkömmlicher Glühbirnen und verpflichtende Produktion sogenannter Energiesparlampen.

Video anschauen!