Kaufen für die Müllhalde – Die Wegwerf-Gesellschaft; Arte (75 min)

10 07 2011

Ein  Film von Cosima Dannoritzer

Die Lebensdauer von Produkten und damit entsprechend auch deren Todesdatum, ist in unserer Konsum- und Wegwerfgesellschaft vorprogrammiert. Computerdrucker zählen die Anzahl der gedruckten Seiten auf einem fest installierten Chip. Ist die vorab festgelegte Seitenzahl erreicht, gibt der Drucker seinen Geist auf. Das ist nur eines der Beispiele sogenannter „geplanter Obsoleszenz“ von Produkten die Filmemacherin Cosima Dannoritzer als entscheidende Grundlage unserer Wegwerfgesellschaft präsentiert.

Hinter dieser Praxis steht ein einfaches ökonomisches und unternehmerisches Kalkül, das ein Enkel des Unternehmensgründers von Phillips folgendermaßen auf den Punkt bringt: „Eine Firma hat mehr davon, ein Produkt herzustellen, das nicht länger hält als drei Jahre oder 1000 Stunden, weil sich so mehr davon verkaufen lässt.“

Die Entscheidung, die Brenndauer von Glühbirnen auf 1000 Stunden zu beschränken, wird als historischer Ausgangspunkt „geplanter Odoleszenz“ bei industriellen Produkten vorgestellt. Sie beruht auf nachweisbaren Absprachen in den 1920er Jahren zwischen dem niederländischen Philips-Konzern, dem deutschen Unternehmen Osram und einem französischen Glühbirnenproduzenten. Das internationale Kartell firmierte unter dem Namen „S:A. Phoebus“ und wurde zu einer Zeit ins Leben gerufen als Glühbirnen bereits eine mehr als doppelt so lange Brenndauer aufwiesen. Wirklich was geändert hat sich im Anschluss an einen Kartellrechtsprozess nicht, der Jahre später die Glühbirnenindustrie beschäftigte.

Kritiker von Unternehmensphilosophien und Geschäftspraktiken, die bewusst nicht auf Langlebigkeit und Nachhaltigkeit der Produkte wert legen, gibt es viele und einige kommen hier auch zu Wort. Aber es scheint, als gebe es nach wie vor keine wirkliche Handhabe gegen diesen gesamtökonomisch betrachteten Unsinn und ökologischen Wahnsinn, der sich wie hier im Film gezeigt, unter anderem  in Form von Elektroschottdeponien in Ghana niederschlägt.

Als Konsequenz aus dem hier Gezeigten, wäre ein gesetzliches Verbot der Herstellung von Produkten mit ganz bewusst festgelegten Verfallsdaten möglicherweise ein Anfang. Außerdem müssten Hersteller gewisse Ersatzteile anbieten, um die Reparatur von Produkten zu ermöglichen. Im Falle der Glühbirne könnten die Hersteller im Sinne der Nachhaltigkeit auf eine Mindestbrenndauer verpflichtet werden. Das wäre vermutlich sinnvoller als das seit kurzem bestehende Verbot herkömmlicher Glühbirnen und verpflichtende Produktion sogenannter Energiesparlampen.

Video anschauen!

Advertisements




Plastic Planet, (106 min)

18 10 2010

Ein Film von Werner Boote

„Wir leben auf einem Plastikplanet“, sagt Charles Moore, Gründer und Forschungskoordinator der Algalita Marine Research Foundation. Die Plastikverschmutzung des Meeres beschäftigt ihn seit einem guten Jahrzehnt intensiver, weil diese Form der Umweltverschmutzung enorme Ausmaße angenommen habe. Unmengen Plastik – sowie dessen chemische Bestandteile – lagern sich an Land und am Meeresboden ab. Die Ozeane weisen heutzutage teilweise ein Verhältnis von Plastik zu Plankton von 60:1 auf.

Werner Boote, Regisseur der Dokumentation befragt auf seiner kleinen Weltreise in Sachen Plastik viele Experten zu dem Thema. Dazu gehören Vertreter der Plastik- bzw. Kunststoffindustrie, Vertreter von Umweltverbänden, Chemiker, Umweltwissenschaftler, Mediziner, Politiker, Künstler, Plastiksammler und Plastikkonsumenten.

Mit der Kunststoffproduktion selbst werden jährlich 800 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. Allein in Europa verdienen mehr als 1 Millionen Menschen ihr täglich Brot in der Plastikindustrie. Und letztlich ist jeder Industriezweig auf Kunststoff angewiesen und er findet sich letztlich auch in fast in jedem Haushalt auf dieser Welt.

Doch Plastik bzw. Kunststoff beinhaltet gewisse Problemstoffe die nicht fest gebunden sind, sondern freigesetzt werden und sich in die Nahrungsmittelkette einschleichen. Bestimmte Chemikalien treten beispielsweise aus den Flaschen aus, aus denen wir (noch) hin und wieder trinken. Bei den Problemstoffen die in Plastik meist enthalten sind, handelt es sich u.a. um Flammschutzmittel, Tributyltin – eine stark androgen wirkende Chemikalie die weiblichen Wellhorn-Schnecken Penisse wachsen läßt. Was für eine Vorstelllung! Andere Stoffe sind beispielsweise Bisphenol A, Phtalate, Schwermetalle wie Quecksilber, ausgasende Kohlenwasserstoffe bzw. sogenannte Weichmacher. Das sind alles gefährliche toxische Substanzen, Substanzen die reizend wirken, und die alle im Blut nachgewiesen werden können.

Risiken und mögliche Folgen: Allergien, Asthma, Fettleibigkeit, Krebs, Hormonstörungen sowie Unfruchtbarkeit. Letzteres ein Aspekt den die Reproduktionsbiologin Patricia Hunt wissenschaftlich untersucht hat. Ihre wissenschaftliche Annahme, dass möglicherweise Plastik bzw. die im Plastik vorkommenden toxischen Stoffe bei unfruchtbaren Menschen in höherem Grade vorkommen, hat sich bestätigt.

Margot Wallström, ehemalige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und Umweltkommissarin, ist sich der Zunahme solcher Krankheiten bewusst. Und sie klagt über den Mangel an Risikoanalysen für chemische Stoffe und ein Kontrollsystem das in seiner bisherigen Form so nicht funktioniere. Allerdings gebe es mächtige Lobbygruppen, insbesondere in den USA, die ein starkes Interesse an einer relativ laxen Haltung bei der Regulierung chemischer Substanzen haben. Ein Druck der die Politik zu lähmen scheint.

Catia Bastioli, Vorstandvorsitzende des Chemieunternehmens Novamont, spricht über das Potential von Bioplastik, d.h. kompostierbaren Kunststoffen ohne die o.g. toxischen Substanzen. Mit ca. 200.000 Tonnen auf dem Weltmarkt sei deren Anteil bisher – gemessen am Gesamtvolumen des Kunststoffmarkts äußerst gering. Und auch die Zukunftsperspektiven seien in Hinblick auf die Teller und Tank Diskussion nicht unbedingt vielversprechend.

Doch ist es nicht die effizienteste Möglichkeit von der erdölbasierten zu einer biologisch-abbaubaren Kunststoffindustrie umzuschwenken, um die Gefahren und Probleme des herkömmlichen Plastiks auszuschalten bzw. zu mindern?

Video anschauen!

 





Schwarze Sonne – Die Folgen der globalen Verdunkelung; BBC (45 min)

21 04 2010

Die durchschnittliche Sonneneinstrahlung hat in den letzten 30 Jahren weltweit um ca. zehn Prozent nachgelassen. Dies wird mittlerweile von vielen Forschern rund um den Globus bestätigt. Einhergehend mit der Verdunkelung sanken auch die weltweiten Verdunstungsraten um ungefähr zehn Prozent. Diese Entwicklung könnte sich, laut Ansicht einiger Wissenschaftler, verheerend auf Mensch und Klima auswirken.

Der Grund für die Verdunkelung der Sonne besteht vermutlich in der erhöhten Konzentration von Ruß, Asche und Schwefeldioxid, die u.a. bei industriellen Verbrennungsprozessen in die Luft gelangen. Zunächst schirmen die Schmutzpartikel auf diese Weise das Sonnenlicht ab. Der zweite Aspekt ist etwas komplizierter zu verstehen. Da einer gleich bleibenden Menge an Wasserdampf heutzutage ein erhöhtes Angebot an Kondensationskernen zur Verfügung steht, bilden sich vermehrt kleinere Tröpfchen aus. Dadurch werden die Wolken weißer und reflektieren mehr Sonnenlicht zurück ins All. Außerdem erreichen einzelne Tropfen nicht mehr die nötige Größe um abzuregnen und das Wasser verbleibt als „diesige“ Schicht konstant am Himmel.

Aufgrund der Annahme, dass sich die Temperaturen derzeit weltweit erhöhen, schenkte man den neuen Erkenntnissen in Wissenschaftskreisen anfangs nur wenig Beachtung. Wenn die Temperatur steigt, dann steigt auch die Verdunstungsrate, so nahm man an. Auch die erhöhte Reflexion der Wolkendecke (= Albedo) könne dem Temperaturanstieg eigentlich nur positiv entgegenwirken. Einige Schlaumeier sind sogar der Meinung, dass man die Albedo durch Geo-Engineering aktiv erhöhen sollte, um den Klimawandel aufzuhalten. Dass sich dies auch kontraproduktiv auf unsere Situation auswirken könnte, machen die Wissenschaftler in dieser BBC-Doku eindringlich klar. Eine Online-Petition gegen den Einsatz von Geo-Engeneering über Deutschland zeigt, wie kontrovers dieses Thema auch in Deutschland diskutiert wird.

Insbesondere auf die Verteilung der Niederschläge hat die Verdunkelung weitreichende Konsequenzen. „Wir erwarten, dass die Luftverschmutzung in Europa und Nordamerika die Eigenschaften der Wolken in der nördlichen Hemisphäre verändert. Sie reflektieren mehr Sonnenlicht und dadurch ist das Meer auf der Nordhalbkugel kühler“, sagt Klimaforscher Leon Rotstayn. Dies bewirkt wiederum, dass sich der tropische Regengürtel weiter nach Süden verlagert, was erhöhte Austrocknungs- und Dürregefahr in den nördlicheren Breitengraden bedeutet. Globale Verdunkelung als Ursache für bereits eingetretene Dürrekatastrophen? Klimaforscher Rotstayn hält dies für eine plausible Korrelation.

Schützt uns die globale Verdunklung vor der Temperaturerhöhung durch Treibhaus- gase? David Travis von der University of Wisconsin ist Experte für Kondensstreifen. Er sagt, dass das Netz aus Kondensstreifen an einem gewöhnlichen Tag  in einem Ballungsgebiet 50 – 75% des Himmels bedecken kann. Dies hat natürlich Auswirkungen auf die Temperatur am Boden.

Wie groß der Unterschied ist, konnte Travis in der Folge des 11. Septembers 2001 genauer bestimmen. Aufgrund des Flugverbots über Amerika konnte er erstmals Vergleichswerte für einen Tag ohne Kondensstreifen ermitteln. Als Versuchsgrößen nahm er die Tageshöchsttemperatur und die nächtliche Tiefsttemperatur, die sich konstanter verhalten als z.B. die Tagesdurchschnittstemperatur. Das Ergebnis: Während des Flugverbots erhöhte sich die Temperatur am Boden um mehr als ein Grad. Für Klimakenner ist dies ein besorgniserregend hoher Wert.

Am Schluss der Doku gibt es noch ein bisschen gewohnte Katastrophen- berichterstattung. Klimaforscher Peter Cox malt sich aus, was alles passieren könnte, wenn wir kein “Global Dimming” hätten und sich die Erwärmung durch Treibhausgase ungehemmt ausweiten könnte. Kurz zusammengefasst: Nach Cox Meinung würde die Welt dann sehr wahrscheinlich unter gehen. Also doch Geo-Engineering mit Chemtrails und künstlichen Spiegel-Partikelchen in der Atmosphäre? Nein! Eine sinnvolle Antwort kann wohl nur die Reduktion von Verbrennungsprozessen mit kohlenstoffbasierten Brennstoffen sein. Dann zurück zur Atomkraft? Ebenfalls Nein! Die beste und effizienteste Methode den anthropogenen Energieverbrauch zu senken bleibt schlicht und einfach der Konsumverzicht.

Video anschauen!

Teil 1; Teil 2; Teil 3; Teil 4; Teil 5





Sixt schießt die Wolken weg! (4 min)

14 04 2010

Der Autovermieter Sixt wirbt mit dem fiktiven Kampfpiloten Sandro Wolf, der über Halle Chemtrails versprüht, um lästige Wolken zu vernichten. Die Aussage einer erfreuten Bürgerin: „Der hat Silberjodid in die Wolken gesprüht, damit die platzen. Damit wir heute den schönsten Sommer unseres Lebens hatten.“

Mit den Schwermetallen in Luft und Lunge haben die dargestellten Bürger offenbar keine Probleme. Sie freuen sich über das tolle Wetter und feiern Sandro den Chemtrail-Piloten als Held, der den Sommer schöner macht. „Wir sind dem Herrn Wolf dankbar“, so ein zufriedener Straßenpassant. Der Sinn des Viral-Marketing-Spots soll dabei sein, die Leute bei schönem Wetter zum Ausleihen von Kabriolets des Autovermieters zu animieren.

Wie um alles in der Welt kommt man auf eine solch absurde Werbeidee? Während alternative Internetmedien und „Verschwörungstheoretiker“ weltweit versuchen, vor den weitreichenden Gefahren der Wettermanipulation durch Wolkenimpfungen zu warnen, spricht Sandro Wolf von „feinstem Silberjodid“, das er mit Raketen über den Köpfen der Bürger Halles verschießt. Dieser Spot dürfte wohl auch den vehementesten Chemtrail-Skeptiker ins Grübeln bringen.

Weiter heißt es im Spot: „Sixt hat das organisiert. Sixt hat das unterstützt. Sixt hat das gesponsort.“ Danke für die Ehrlichkeit. Ob sich dadurch aber tatsächlich der Absatzmarkt für Kabriolets steigert? Genauso gut könnte es sein, dass sich bald die wütenden Massen vor der Autovermietung versammeln und die Einstellung dieser gesundheitsgefährdenden Praktiken fordern.

Video anschauen!





Die Fluorid-Lüge; (28 min)

8 10 2009

Originaltitel: The Fluoride Deception
Englisch – Interview mit Christopher Brysen

Fluorid ist gesund und stärkt die Zähne. Das ist zumindest, was man uns glauben machen möchte. Markensalze werben mit Extra-Fluorid, Zahnpasta ist ohne Sodiumfluorid kaum noch zu bekommen und in Amerika wird seit Jahrzehnten das Trinkwasser fluoridiert. Doch was ist Fluorid eigentlich? Die Antwort ist überraschend einfach. Fluorid ist ein Abfall­produkt aus der Aluminium- industrie und erwiesenermaßen auch in geringen Mengen gesundheitsschädlich. Beweise dafür gibt es genug. Dr. William Marcus, wissenschaftlicher Berater des EPA Office of Water, bewies, dass Fluorid das Auftreten von Knochen- und Leberkrebs bei Laborratten dramatisch förderte. Als er seine Ergebnisse öffentlich zur Diskussion stellte wurde er entlassen. Frau Dr. Phyllis Mullenix untersuchte die Neurotoxizität von Fluorid am Forsyth Dental Center in den USA. Sie wies Verhaltensveränderungen bei Labortieren nach, die nur geringen Dosen von Fluorid ausgesetzt waren. Hyperaktivität, Konzentrations­störungen, Verringerung des Intelligenzquotienten; die Auswirkungen waren eindeutig. Auch sie verlor nach Veröffentlichung der Ergebnisse ihren Job. Es ist also äußerst fraglich, ob die Einnahme von Fluorid gesundheitsförderlich ist. Damit wir trotzdem daran glauben, hat sich sogar die PR-Ikone Edward Bernays höchstpersönlich eingeschaltet. Sein Rat war, das Image von Fluorid dadurch aufzupolieren, dass man Ärzte Werbung dafür machen lässt. Danke Eddie, hat wieder super funktioniert. Genau wie mit den Zigaretten damals.

Video anschauen!





Unbequeme Antworten; (40 min)

31 07 2009

Eine Filmreihe von Unvergesslich1

Besonders für Fleischesser gibt es hier ein paar unbequeme Antworten. Denn der übermäßige Fleischkonsum der Industrieländer ist Ursache vielfältiger Probleme. Es wäre zwar möglich, alle Menschen der Erde mit ausreichend Nahrung zu versorgen. Doch wir vernichten wertvolle Nahrungs­mittelressourcen in der Massentierhaltung, wir exportieren Futtermittel aus Ländern, in denen die Bevölkerung Hunger leidet; durch die Übernutzung von Böden zerstören wir unsere natürliche Lebensgrundlage und der Umgang mit unseren Tieren ist alles andere als artgerecht. Unvergesslich1, der Autor dieser gelungenen Filmreihe, hat in „Unbequeme Antworten“ viele interessante und weniger bekannte Wahrheiten rund um das Thema Fleisch zusammengetragen. Da kommen selbst überzeugte Karnivoren ins grübeln.

Videos anschauen!

Teil 1: Nahrungsmittel und Geldverschwendung
Teil 2: Hunger in der 3. Welt
Teil 3: Zerstörung der ökologischen Lebensgrundlage
Teil 4: Fleischproduktion und Tiermisshandlung





Die Lüge des billigen Atomstroms; ZDF (8 min)

15 01 2009

Seit vielen Jahrzehnten produzieren wir tausende Tonnen Atommüll jedes Jahr. Doch wohin mit dem ganzen Schmutz? Eine Frage die sich kaum eine Atommacht beantworten kann. Doch wir Deutschen können uns glücklich schätzen! Wir haben das Salzbergwerk Asse II. „Das einzig funktionierende Endlager der Welt“, glaubte man einst. Die Realität sieht leider anders aus. Seit zwanzig Jahren dringt Wasser ins Bergwerk ein und dieses bildet eine radioaktive Lauge, die massiv unser Grundwasser bedroht. Eine Lösung für 1.000.000 Jahre? Wohl kaum. Folgender Beitrag über die „beste“ Methode Atommüll zu entsorgen lässt erahnen, wie teuer wir die Atomenergie wirklich bezahlen.

Video anschauen!