Debtocracy (75 min)

17 09 2011

Englisch/Griechisch (ENG Subtitles)

Die griechische Dokumentation „Debtocracy“ beleuchtet die aktuelle Krise des Landes und sucht nach den Gründen der Schuldenkrise sowie Lösungsansätzen jenseits des Mainstream.

Die Macher der Dokumentation Katerina Kitidi und Aris Hatzistefanou blicken dabei in die Geschichte und nennen Beispiele von Staaten,  in  denen Schulden vollständig annulliert oder nicht in der geforderten Höhe beglichen wurden. Um die Souveränität nicht zu verlieren, müsse Griechenland, wie Argentinien nach der Krise 2001 und Ecuador unter der Präsidentschaft von Correa, mit seinen Gläubigern über eine vollständige oder teilweise Entschuldung verhandeln.

Um die Lösung des Problems anzugehen, müsse aus Sicht der interviewten Ökonomen vorerst ein unabhängiges Audit-Komitee gebildet werden, dass die Schuldenstruktur Griechenlands analysiert, d.h. klar und nachvollziehbar herausarbeitet, wer wem, wie viel Geld schuldet (!) und ob die von Regierung und Banken erhobenen Forderungen gegenüber Griechenland wirtschaftsrechtlichen Prüfungen standhalten und moralisch vertretbar sind. Die Ergebnisse müssten dann transparent, sprich öffentlich kommuniziert und zugänglich gemacht werden.

Die Dokumentation zeigt zudem, welche Doppelmoral die vermeintlichen Retter (EU, EZB, IWF) mit ihren Reformprogrammen an den Tag legen, wenn sie Sparpakete und sogenannte Rettungsfonds  mit der Forderung nach Deregulierung und Privatisierung verknüpfen. Damit reduzieren sie langfristig die Staatseinnahmen, deren Erhöhung aber die Voraussetzung ist, um die griechischen Staatsfinanzen wieder zu konsolidieren.

Das Perfide an den Maßnahmen ist, dass die Gelder des Rettungsfonds gleichzeitg in Waffengeschäfte fließen. Deutschland und Frankreich beispielweise haben Milliardendeals mit der greichischen Regierung abgeschlossen, die der eigenen Militär-und Finanzindustrie zugute kommen und den Griechen noch höhere Schulden aufbürdet.

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Der Kampf um eine andere Welt: Das Weltsozialforum in Dakar; (45 min)

5 03 2011

Das erste Weltsozialforum 2001 in Porto Alegre, Brasilien, fand im Gegensatz zu den folgenden Treffen noch ein verhältnismäßig breites Medienecho. Das Weltsozialforum wurde vor einem Jahrzehnt als Gegenentwurf zum Weltwirtschaftsforum in Davos gegründet, wo sich jährlich das Führungspersonal aus Wirtschaft und Politik trifft. Beim Sozialforum treffen sich Vertreter und Anhänger sozialer Bewegungen aus allen Kontinenten in stets unterschiedlichen Städten der Welt. Das Forum bietet einen Raum für alternatives Denken, und behandelt Themen und Positionen, die in die elitenfixierten Mainstream-Medien nicht vordringen.

Das unabhängige Nachrichtenmagazin Kontext TV war beim diesjährigen Weltsozialforum in Dakar, Senegal, (6.-11. Februar) und hat anlässlich des 10. Geburtstages des Forums diese Sendung dazu gemacht. Es geht zum einen um die Entstehung, Entwicklung und Aufgabe des Forums selbst und zum anderen um die dort diskutierten Themen. Aus aktuellem Anlass beschäftigten sich die Teilnehmer des Forums auch mit  Gründen und Auswirkungen der Revolutionen in Ägypten und Tunesien. Behandelt werden zudem die sich weltweit formierenden Bewegungen für Klimagerechtigkeit und gegen die Landnahme (“land grabbing”) durch Konzerne und Spekulanten.

Zu Wort kommen einige der profiliertesten AktivistInnen und VordenkerInnen sozialer Bewegungen von fünf Kontinenten, darunter:

Samir Amin (Third World Forum, Dakar)
Nnimmo Bassey (Vorsitzender von Friends of the Earth International, Nigeria, und Träger des “Alternativen Nobelpreises”)
Nicola Bullard (Focus on the Global South, Bangkok)
Susan George (Transnational Institute/Attac France)
Wangui Mbatia (People’s Parliament, Nairobi)
Pat Mooney (ETC Group, Kanada, Träger des “Alternativen Nobelpreises”)
Jai Sen (CACIM, New Delhi)
Immanuel Wallerstein (Yale University, USA)
Chico Whitacker (Mitbegründer des WSF, Sao Paulo, Träger des “Alternativen Nobelpreises”)

Kontext TV hat eine weitere Sendung mit dem Themenschwerpunkt Afrika bis Mitte März angekündigt, in der auf die folgenden Themen näher eingegangen wird: „land grabbing”, die Folgen des Klimawandels für Afrika, die Auswirkungen der EU-Freihandelspolitik und die Bedeutung der Revolutionen in Nordafrika.

Zudem gehen folgenden Interviews online:
– Pat Mooney über die Gefahren von Geo-Engineering, Nanotechnologie und synthetischer Biologie
– Nnimmo Bassey über die Verbrechen von Shell im Niger-Delta, den Klimawandel und den Ausstieg aus dem Ölzeitalter
– Immanuel Wallerstein über die Krise des Kapitalismus

Alle Sendungen werden nach und nach auch in englischen Originalversionen zur Verfügung gestellt. Außerdem werden deutsche und englische Transkripte auf der Website zu finden sein.

Auf der Seite von Kontext TV finden sich zudem Interviews und Beiträge mit Naom Chomsky sowie zum UN-Klimagipfel und der Bankenkrise.

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Finanzkrise 2.0; (45 min)

16 08 2010

Ein Film von Frank Bethmann und Martin Leutke

Ein guter Beitrag zur Finanzkrise, den das ZDF im Mai zur Prime Time um 00:25 Uhr gezeigt hat. Eine kurze Chronik des Scheiterns, die zugleich die Sorge vor der nächsten Finanzblase (2.0) zum Ausdruck bringt. Denn das Finanzkarussell dreht sich trotz Kritik fröhlich weiter.

Dirk Müller, einigen besser als Mister Dax bekannt, vergleicht den „Bänker“ mit dem „Autoverkäufer“ , d.h. der Bänker sei ebenso wenig auf Kundenberatung spezialisiert, sondern auf den Verkauf seiner Produkte. Bei Bankgeschäften sollten die Menschen entsprechend kritisch sein und  sich zukünftig keinen Schrott mehr andrehen lassen. Aber an den Folgen der finalen Phase der Verschuldungskrise, die wir in 2, 5 oder 10  Jahren erleben, könne der Bürger jetzt noch wenig ändern, sondern sich eher mit den verschiedenen Möglichkeiten zur Neuordnung der Schulden befassen: Neuverhandlung, Streichung, Währungsreform oder gegebenenfalls auch andere Maßnahmen. Es stehe jedenfalls fest, dass die Bürger auf Dauer nicht in Lage sein werden, die Zinslast  – angesichts der enorm hohen Verschuldung der westlichen Staaten –  zu stemmen. So düster für den ein oder anderen diese Perspektive auch scheinen mag. Müller appelliert an sein Publikum bei dem Thema mitzudiskutieren und sich aktiv in den Diskurs einzuschalten. Dazu gehöre es auch, den Ärger und die eigene Sichtweise den politischen Amtsträgern gegenüber zum Ausdruck zu bringen.

Weitere interessante Personen die in der Dokumentation zu Wort kommen:

Anwalt Gerhard Strate  hat den Rechtsweg beschritten und klagt gegen die Wirtschaftsunternehmen, die Banken, wohlwissend dass die Chance auf Erfolg  gering ist, weil es keine wirkliche Regulierung für solches Geschäftsgebaren gibt. In gewisser Weise sei die Klage auch eine Art „Mutprobe“. Aber das Verhalten der Banken verletzte aus seiner Sicht so massiv die Glaubwürdigkeit des Rechtsstaats, dass er wenigstens versuche juristisch dagegen vorzugehen.

Jens Schmidt-Bürgel, Deutschlandchef Fitch Rating, gibt sich als Ratingexperte recht bescheiden, wenn er sagt: „Wir geben eine Meinung ab. Und ich sag mal mal diese Meinung hat halt wirklich in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Viele Leute gucken auf die Meinung, viele Leute haben aber auch wirklich zu viel in diese Meinung hineininterpretiert. Gerade in der derzeitigen Krise an den Finanzmärkten die wir haben.“ Susann Levermann, ehemalige Fondsmangerin, weist auf das kreditfinanzierte und daher wenig nachhaltige Wachstum hin. Horst Köhler wendet sich in seiner Rede als amtierender Bundespräsident klar gegen die Zocker und Banken-Boni Mentalität und forderte eine europäische Finanzaufsicht, der auch die Ratingagenturen unterworfen sein müssten.

René Zeyer, ehemaliger Bankenberater kritisiert das Verhalten der Banken und fordert eine vernünftige staatliche Regulierung und Kontrolle. Dominique Strauss-Kahn, Direktor des Internationalen Währungsfonds IWF, bemängelt die Rückkehr der Regierungen zum Tagesgeschäft, ohne sich um die Frage der Reformierung des Finanzmarkts weiter zu kümmern. Prof. Max Otte, Wirtschaftswissenschaftler FH Worms, sieht das Problem in der enorm starken Finanzlobby, die auch in den Ministerien Platz genommen hat und strenge Regulierungen für den Finanzsektor verhindert. Vor der Macht der  Finanzwirtschaft und ihrer Lobby  muss die Politik scheinbar kapitulieren.

Für Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, sind  „politische und regulatorische Maßnahmen nur die zweitbeste Lösung“. Die bevorzugte Lösung sei, sich nach den eigenen Vorstellungen selbst zu regulieren. In Maßen versteht sich. Zu guter letzt folgendes Zitat von Thorsten Schulte, Rohstoff Analyst: „Ich hab so das Gefühl, dass die Banken völlig vergessen, dass die Banken der Allgemeinheit über die ‚Bankenrettungsschäme (!?)‘ zu verdanken haben, dass es sie überhaupt noch gibt.“

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Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5





Wir zahlen für eure Krise – Die Moneybastards in Aktion; (9 min)

13 06 2010

Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt und müssen nun die Rechnung dafür bezahlen. Nur harte Sparmaßnahmen können das Ruder noch herum reißen. Dieses schöne und einfache Weltbild wird aktuell von unseren obersten „Volksvertretern“ propagiert. Doch wer hat eigentlich über wessen Verhältnisse gelebt? Und wer soll jetzt die Schulden bezahlen? Die Banken wohl kaum. Denen soll das gesparte Geld ja nun billionenfach in den Rachen gestopft werden. Für Merkel und Westerwelle ist die Lösung klar: Der Staat zahlt, der Bürger bürgt, und wir alle werden gemeinsam sparen.

Doch die Nachricht des Volkes lautet: Wir zahlen nicht für eure Krise! Immer mehr Menschen beginnen die Fehler in unserem Geld- und Finanzsystem zu verstehen und erkennen die Absurdität der von Oben diktierten „Rettungsmaßnahmen“. Geld aus dem Nichts? Sparen in der Krise? Schuldenabbau trotz Zinseszins? Das soll die Lösung sein? Gestern gingen in Berlin und Stuttgart mehr als 45.000 Menschen auf die Straße, um zu zeigen, dass eine solch kurzsichtige Krisenpolitik für uns nicht akzeptabel ist.

Mit einem Wagen an der Berlin-Demo beteiligt waren z.B. die Bürgerinitiative Bedingungsloses Grundeinkommen, das offene Info-Netzwerk Berlin, der Global Change e.V. und die Violetten. Weitere Wagen wurden u.a. von Attac, Ver.di und der Linkspartei gestellt. ReWASH TV war ebenfalls vor Ort um Aufnahmen für den nächsten Change Watch Podcast zu machen. Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich beim Berliner Aktionsbündnis für die tolle Organisation und den reibungslosen Ablauf der Demonstration bedanken. Für ein besonderes Highlight sorgten die sogenanten Moneybastards, die im Namen von Angela Merkel und Jean Claude Trichet Spielgeld-Flyer im Wert von mehreren Billiarden Euro mit Laubbläsern in die Luft verschossen. Zu sehen gibt es das Ganze im Video.

Eine kleine Schattenseite hatte die Demo dann allerdings doch. Während der Demo ereigneten sich insgesamt drei kleinere Explosionen von bislang ungeklärter Art. Dadurch fühlte sich die Polizei dazu veranlasst aggressives Verhalten an den Tag zu legen, den Demonstrationszug zu stoppen und Einzelpersonen in Gewahrsam zu nehmen. Laut Polizeiangaben wurden dabei zwei Beamte verletzt. Wer für die Explosionen verantwortlich ist und zu welchem Zweck sie gezündet wurden, wird sich hoffentlich bald heraus stellen. Wichtig ist aber vor allem, sich von solchen Ereignissen nicht einschüchtern zu lassen.

Abgesehen davon war die Demo friedlich, freundlich und bunt. Sie war Ausdruck der solidarischen Verbrüderung der Menschen Europas für ein gerechtes und nachhaltiges Finanzsystem. Weder die Griechen, noch wir Deutsche haben über die Verhältnisse gelebt. Wir haben einfach nur gelebt während sich Andere im Milliarden-Poker die Taschen voll gestopft haben. Es gibt viele gute Ideen für ein besseres System. Und hoffentlich findet sich bald ein ehrlicher Volksvertreter, der diese Wahrheit offen ausspricht. Deutschland ist Pleite. Der Schuldenberg ist nicht mehr zurück zu zahlen. Am Ende lautet die Frage nicht: Wer bezahlt die Rechnung? Sondern: Wer stellt die Rechnung? Und wir Bürger müssen uns ernsthaft fragen, ob wir diesem dubiosen Gläubiger tatsächlich irgendetwas schuldig sind.

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Gnadenlos billig – Der Handyboom und seine Folgen; WDR (30 min)

22 04 2010

60 Euro im Monat verdienen, den ganzen Tag giftige Dämpfe einatmen, generelles Streikverbot und wenn man krank ist, folgt eine Lohnkürzung oder der Rausschmiss. Dieses verlockende Angebot gilt für Arbeitnehmer der Handyhersteller Motorola und Nokia in Indien. Mit einem Lohn von zwei Euro pro Tag kann man selbst im Land der tausend Kulturen kaum überleben. Von den Gesundheitsrisiken werden die Mitarbeiter oft gar nicht erst in Kenntnis gesetzt. Diejenigen, die wissen wie gefährlich Ihr Job ist, arbeiten trotzdem weiter. Verlieren sie die Anstellung in der Fabrik, müssen sie Hunger leiden.

Die Produktionsstätten der Mobiltelefone befinden sich in einer Sonderwirtschaftszone Indiens. Das bedeutet, dass in den ersten zehn Jahren keine Steuern gezahlt werden müssen. Wasser und Strom gibt es zum halben Preis zusätzlich oben drauf. Dennoch kriegen die Hersteller den Hals nicht voll und zahlen ihren Mitarbeitern sogar niedrigere Löhne als in China. Durch die zutiefst unwürdigen Arbeitsbedingungen gelang es Nokia im Jahr 2008 einen Jahresgewinn von fünf Milliarden Euro zu verbuchen. Kein Wunder, dass das Nokia-Werk in Bochum der maßlosen Profitgier des Konzerns nicht stand halten konnte.

Warum organisieren sich die indischen Arbeiter nicht und versuchen ihre Situation zu verbessern? S.M. Prithiviraj von der Menschenrechtsorganisation Care Trust sagt: „Die Unternehmen hier führen sich auf wie die Herrscher dieser Gegend. Es gibt keine Rechtsverbindlichkeit für sie. Sie machen, was sie wollen.“ Weiter sagt er: „Diese Unternehmen sind zu allem fähig, auch zu körperlichen Attacken. Das ist der Grund, warum hier noch niemand versucht hat eine Gewerkschaft zu gründen.“

Doch nicht nur die Produktion von Handys sorgt für Probleme in Indien. Jährlich gehen allein in Deutschland 30 Millionen neue Handys über die Ladentheke. Da sammelt sich natürlich auch eine Menge Elektroschrott in Form von Alt-Handys an. Die kaputten Telefone gelangen über Zwischenstationen illegal wieder ins Land und werden dort anschließend „recycelt“. Das heißt, Gold und Kupfer für die entsorgenden Unternehmen; Cadmium, Quecksilber und Dioxine für die Lungen der Arbeiter. Auch wenn die Meisten gar nichts von der Gesundheitsgefahr ahnen; Krebs und andere Krankheiten gehören zum selbstverständlichen Berufsrisiko eines indischen Handyrecyclers.

Ravi Agarval von der Umweltorganisation Toxics Link sagt dazu: „Manchen geht es wirtschaftlich besser. Aber mit unserer sozialen Gerechtigkeit ist etwas nicht in Ordnung. Wir haben noch viel zu tun.“ Die Konsumenten in Deutschland sind weitgehend ahnungslos, was die Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern angeht. Wer also gerade überlegt, sich mal wieder das neueste Handymodell zu kaufen, weil das Alte mittlerweile aus der Mode gekommen ist, sollte sich diese Doku anschauen. Vielleicht wird sich mancher Kunde dann noch mal überlegen, ob er wirklich ein neues Handy braucht.

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Teil 1; Teil 2; Teil 3

 





Das islamische Finanzsystem – Einzige Rettung vor Wirtschaftskrise; Arte (3 min)

9 12 2009

Islamische Banken sind weitgehend von der Finanzkrise verschont geblieben, weil sie sich an wesentliche Prinzipien des Korans halten. Der Koran verbietet explizit die Erhebung von Zinsen, weil sie als Wucher gelten. Zudem wird nicht spekuliert, sondern in die Realwirtschaft investiert.

Die meisten der heute existierenden islamischen Banken verbieten zudem Geldanlagen in Waffen, Alkohol, Pornographie und Schweinefleisch.
Seit Jahren operieren islamische Banken in London, einem der größten Finanzplätze Europas. Und in Frankreich wächst das Interesse an der islamischen Finanzwissenschaft, die mittlerweile an französischen Universitäten gelehrt wird. Mit einem Gesamtvolumen von ca. 500 Milliarden US-Dollar sind islamische Banken  auch für westliche Finanzexperten interessant. Aber vor allem in puncto nachhaltiges und ethisches Investment könnte sich die Bankenwelt insgesamt sicherlich eine Scheibe abschneiden.

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Und hier der Beitrag des ZDF-Auslandjournals: Allah statt Abzocke (6 min)

 





Hochfrequenzhandel – Ein neuer Zeittakt für die Gesellschaft; ZDF (5 min)

9 11 2009

Die Tage, in denen ein flinker Börsenhändler mit Branchenkenntnis auf dem Parkett Gewinne erzielt, scheinen gezählt zu sein. Heute wird die Arbeit der Händler zunehmend von Supercomputern erledigt. Konjunkturdaten und Unter- nehmenszahlen spielen dabei keine Rolle mehr. Wichtig ist vor allem eine hohe Rechenleistung. Denn die Computer wickeln Put-Optionen und Investitionen in Sekundenbruchteilen ab. Wer da nicht mitkommt, zieht den Kürzeren. Davon sind auch internationale Börsen betroffen. Der Marktanteil der New Yorker Börse nahm beispielsweise stark ab, weil die Computertechnik mit den Taktzahlen der Hedgefond-Rechner nicht mehr mitkam. Um sich an die moderne Geschwindigkeit anzupassen, entsteht derzeit ein neues leistungsfähigeres Rechenzentrum. Damit werden Nutzern bis zu 8.000 Transaktionen pro Sekunde ermöglicht.

Doch wenn Wirtschaftsinhalte und gesunder Menschenverstand beim Handel keine Rolle mehr spielen, kann das ohnehin geschwächte Finanzsystem schnell außer Kontrolle geraten. Preise können sich nicht mehr natürlich entwickeln und der Wettbewerb wird verzerrt. Dies wird auch von Aufsichtsbehörden und vereinzelten Investoren kritisiert. Man fordert vermehrt staatliche Regulierungsmechanismen und ein Verbot des Hochfrequenzhandels. In Zeiten der Finanzkrise stehen jedoch andere Inhalte im Mittelpunkt. Bis es tatsächlich zu einem Verbot kommt, geht das Wettrüsten erst mal weiter. Mal sehen, wie viele kleinere Finanzdienstleister am Ende von der Bildfläche verschwunden sein werden.

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